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By Richard Münch

Das vorliegende Buch solI in die Soziologie der Politik einfiihren. Ein Einfiihrungsbuch ist kein Lehrbuch. Diese Unterscheidung mochte ich nachdriicklich unterstreichen. Von einem Lehrbuch iiber ein Wis­ senschaftsgebiet erwartet guy eine moglichst vollstandige Reprasen­ tation des in einem Gebiet akkumulierten Wissens. Je mehr dieses Wissen kodifiziert ist, urn so mehr kann das Studium eines Lehr­ buchs die Lektiire der Originalliteratur ersetzen. Demgegeniiber hat eine Einfuhrung in ein Wissenschaftsgebiet einen ganzlich anderen Charakter. Sie vermittelt nicht primar Wissen und sie ersetzt auf keinen Fall die Lektiire der Originalliteratur, vielmehr bietet sie dem Leser im wortlichen Sinne eine erste Ein-Fuhrung in Neuland an, die ihn mehr und mehr befahigen soIl, sich selbstandig in dem fur ihn neuen Land zu bewegen. Das bedeutet, daB dem Leser in allererster Linie eine Perspektive auf den Weg gegeben werden muB, eine kog­ nitive Landkarte, die ihn zu selbstandigen Exkursionen befahigt. Diese Aufgabe einer Einfuhrung solI hier im Vordergrund stehen. Sie kann und darf deshalb kein Literaturbericht sein, sie vermittelt kein lexikalisches Wissen, sondern die spezifisch soziologische Perspektive in der Betrachtung von Politik. Diese Zielsetzung solI schon durch den Titel "Soziologie der Politik", an stelle des gebrauchlichen Titels "Politische Soziologie", zum Ausdruck gebracht werden. Natiirlich kann guy auch den Begriff "Politische Soziologie" mit der Betonung auf Soziologie gebrauchen, mit der er hier im textual content, neben dem Be­ griff "Soziologie der Politik", auch gleichberechtigt Verwendung findet. Der Leser solI die soziologische Denk- und Sichtweise, angewen­ det auf Politik als Gegenstand, erlernen.

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AIle diese Zwecke sind gegeniiber dem Ziel der Sicherung von Tugend und Gerechtigkeit sekundiir: "Man sieht also, daB (die Polis) keine Gemeinschaft bloB dem Orte nach oder nur zum Schutze wider gegenseitige Beeintrachtigungen und zur Pfiege des Tauschverkehrs ist, sondem daB dies zwar da sein muB, wenn (eine Polis) vorhanden sein soli, daB aber, auch wenn alles da ist, noch (keine Polis) vorhanden ist, sondern als solche erst zu gelten hat: die Gemeinschaft in einem guten Leben unter Hausern· und Geschlechtern zum Zwecke eines vollkommenen und sich selbst geniigenden Daseins" (Politik: 1280b).

Andere Dbertragungsmittel, wie z. B. moralische Verpflichtung, Belohnungen und Zwang, werden durch die Institutionalisierung des Codes ausgeschlossen. Die Logik des freien Diskurses fuhrt zur Erweiterung des Interpretationsspielsraumes ethischer Prinzipien und insofern zu einer tendenziellen Dberforderung konkreter Entscheidungen, die - an den ethischen Prinzipien gemessen - immer ungerecht sind. Der ethische Diskurs zwingt die gesellschaftliche Entwicklung in die Richtung einer immer weiteren Ausschopfung des Interpretationsspielraumes ethischer Prinzipien in konkreten Entscheidungen, er kann aber keine kollektive Verbindlichkeit konkreter Entscheidungen erzeugen, soweit diese eine Selektion unter ethisch gleich berechtigten Alternativen sind.

Ebensowenig darf es eine Teilung der Regierungsgewalten geben. Bei einer solchen Teilung ist die gesetzliche Regelung der sozialen Beziehungen das Ergebnis von partikularen Standpunkten (Gesellschaftsvertrag: 29-31), wlihrend der Wille der Gemeinschaft eine von dem Einzel- 52 Klassische Perspektiven willen unabhiingige Realitiit bildet. Dieser ist derjenige Wille, den jeder als Mitglied der Gemeinschaft augert oder augern wiirde, wenn er vollkommen in der Gemeinschaft aufginge, und er ist nicht die Zusammenfassung der Willensbekundungen der einzelnen als solche oder als Mitglieder kleinerer Gemeinschaften.

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